Probleme lösen mit kindlich einfacher Methode – 5 x Warum fragen

Ein junger Vater hält seine 4jährige Tochter am Arm. Beide lächeln glücklich.
Wer Probleme lösen will darf kindlichen Neugierde nicht verlieren.

Wer mit kleinen Kindern zu tun hat (oder hatte) kennt die Situation. Ein Kind stellt einem eine, auf den ersten Blick einfach zu beantwortende Frage: „Warum ist…?“

Ohne lange nachzudenken gibt man eine kurze Erklärung ab und schon ist es passiert.

„Und Warum?“ Es folgt sofort danach die nächste Frage.

Die Antwort darauf zu finden ist schon etwas schwieriger und noch während man spricht weiß man, dass die nächste Frage noch schwieriger zu beantworten werden wird. Und so kommt es auch. Nach dem vierten oder fünften Warum muss man oft schon zu recherchieren beginnen. Mit dem Smartphone ist das kein Problem, aber bis man dann die Antwort gefunden hat ist das Kind schon längst wieder mit etwas anderem beschäftigt. Ich denke viele von uns kennen das.

Was aber zeigt uns diese Situation? Die erste Antwort auf eine Frage ist oft nicht die Beste. Was wir auch sehen, ist wie wirkungsvoll mehrfaches Nachfragen ist. Natürlich sind wir nicht die Ersten, die das bemerkt haben und auch nach uns werden Menschen kommen, die hinter jedes „Warum“ weiter stellen werden.

Auch im Qualitätsmanagement wird gerne nach dem WARUM gefragt. Um Ursachen-Wirkungs-Zusammenhänge aufzuzeigen ist die Fünf-Mal-Warum-Methode (5 Why oder 5W- Methode) ein Standardwerkzeug, dass trotz seiner Einfachheit erstaunliche Erkenntnisse zu Ursache-Wirkungs-Ketten ans Licht fördert. Die Erfindung der Methode wird Toyoda Sakichi dem Vater des Firmengründers der Toyota Motor Corporation Toyoda Kiichirō zugesprochen.

Webstühle sind komplexe Maschinen

Toyoda Saikichi wollte durch wiederholtes Stellen der Frage nach dem „Warum“ feststellen, in welchen Prozesschritt die Grundursache für einen Fehler an seinen Webstühlen zu finden ist.

Der Ursachenkette muss solange auf den Grund gegangen werden, bis man die Antwort: „Ich weiß es nicht!“ bekommt. Dies ist dann die Grundursache, die es zu ermitteln gilt.

Die Zahl 5 in der Methode ist dabei wohl eher symbolisch gewählt, weil oft nach viermaligen „Warum“ fragen keine tiefer gehende Information mehr zu erhalten ist und es Fälle gibt, in denen öfters als fünf Mal nachgefragt werden muss, um an den Punkt zu kommen, an dem man zu recherchieren beginnen muss. Da aber die Ziffer 4, wie auch die 9 in Japan als Unglückszahlen angesehen werden, war 5 wohl eine gute Wahl um der Methode einen griffigen Namen zu geben.

Natürlich funktioniert die Methode auch abseits von technischen Anwendungen wie Webstühlen oder Produktionsstraßen.

Das klassische Beispiel zur Demonstration der 5 x Warum Methode ist der Kollege, der wieder einmal verschlafen hat.

  1. Warum hat der Kollege verschlafen? – Er hat den Wecker zu oft stumm geschaltet.
  2. Warum hat er den Wecker stumm geschaltet. – Er war noch nicht ausgeschlafen.
  3. Warum war er nicht ausgeschlafen? –  Er ist erst sehr spät eingeschlafen.
  4. Warum ist er sehr spät eingeschlafen?  – Er macht sich Sorgen um seinen Job.
  5. Warum macht er sich Sorgen um seinen Job? – Es gibt Gerüchte, seine Stelle würde abgebaut.

So ist es wirkungsvoller die Gerüchte auszuräumen, anstatt dem Kollegen einen neuen Wecker zu schenken. Das Verschlafen ist nur ein Symptom für das darunter liegende Problem. Und dieses Problem selbst ist wiederum auch lediglich ein Symptom. Wir sehen, daß man diese Ursache abstellen muss um das Grundproblem zu lösen. Damit löst man gleichzeitig auch die resultierenden Folge-Probleme.

Wichtig ist, dass man die Methode bewusst benutzt. Wenn Sie Ihrem Gegenüber die wiederholten Warum-Fragen ohne Erklärung stellen, könnte man Siel leicht als naiv oder angriffig missverstehen. Schließlich ist die Frage nach dem Warum immer eine Rechtfertigungsfrage.

Der gezielte Einsatz der 5 x Warum Methode kann auch in Ihrem Unternehmen ohne Aufwand viel bewegen. Probieren Sie es aus.

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