Problemlösung

„Problem“ ist kein böses Wort

Ich halte verschiedene Trainings und Workshops ab.

Zum einen schule ich Führungskräfte auf rationale Problemlösungs- und Entscheidungsfindungsprozesse. (Kepner-Tregoe) Zum anderen halte ich Workshops zum Thema interkulturelle Zusammenarbeit ab.

Bei einem dieser Workshops für Führungskräfte von kulturell diversen Teams erklärte mir ein Teilnehmer, dass „Problem“ ein „böses“ Wort sei. „Problem“ sei negativ und würde die Mitarbeiter verschrecken.

Schließlich hätten wir keine Probleme, sondern nur Lösungen.

Wir sollten das Wort „Problem“ doch einfach vermeiden.

Diesen Vorschlag habe ich zugegebenermaßen auch schon anderswo gehört.

Ich bin jedoch einer völlig anderen Meinung.

Workshop

KTC Training Schulung

Vor vielen Jahren habe ich einmal gelesen:

 „Ein Problem ist eine Aufgabe, von der man noch nicht weiß, wie sie zu lösen ist.“

Leider finde die Quelle hierfür nicht mehr, aber ganz ähnlich findet man das auf wikipedia und andernorts. Vielleicht kann mir jemand mit der Quelle aushelfen.

Wenn man also eine Lösung sucht, ist es von essenzieller Bedeutung auch zu wissen wofür.

So nützt mir die schönste „Lösung“ nichts, wenn sie mein Problem nicht behebt.

Somit ist es wichtig das Problem beim Namen zu nennen.

Wie man ein Problem beschreibt ist dann nochmals eine eigene Sache, die einen eigenen Blog Eintrag bekommt.

Auch das Argument mit der Furcht vor Problemen möchte ich auch nicht so gerne stehen lassen. Ich glaube nicht, dass Menschen Angst vor Problemen haben. Ich bin überzeugt das Gegenteil ist der Fall. Ich kenne Menschen, die Spaß daran haben, nur mit Geodaten nach Kisten im Wald zu suchen oder sich in Räume sperren zu lassen um innerhalb einer Stunde daraus zu entkommen. Rätsel füllen ganze Hefte und den feed so mancher Facebookseite.

Was ich eher glaube ist, dass es Umstände gibt, die Menschen davon abhalten, Probleme lösen zu wollen. In Unternehmen kommt es darauf an, wie mit den Ergebnissen von Problemlösungen umgegangen wird. Dies ist Teil der Unternehmenskultur und beeinflusst maßgeblich die Haltung von Mitarbeitern zu Problemen. Dann das Wort „Problem“ zu vermeiden wird nichts an der Haltung ändern können.

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